
Heute vor 125 Jahren, am 3. Juli 1883 wurde in Prag, das damals zu Österreich-Ungarn gehörte, Franz Kafka geboren. Es zählt zu den bedeutendsten Schriftsteller deutscher Sprache. Kafka ist schwere Kost. Zwar gilt sein Stil als klar und rein. Nach Ansicht des Kafka-Biografen Reiner Stach gibt es bei Kafka buchstäblich kein überflüssiges Wort. Im Grunde ist Kafka leicht zu lesen. Aber der Inhalt hat es in sich: Da gibt es einen Gregor Samsa, der Held aus der Verwandlung, der morgens aufwacht und zum Käfer geworden ist. Oder da wird minutiös ein Foltergerät beschrieben, das dem Delinquenten mit spitzen Nadel in großen Buchstaben die Schuld in den Rücken ritzt. Oder eine Erzählung handelt von einem Hungerkünstler, der vor großem Publikum viele Tage und Wochen lang ‚hungert. Und ein anderer Varietékünstler ist eigentlich ein von Hagenbeck eingefangener Affe, der fast zum Menschen wird, weil er den Menschen nachahmt. Im Urteil wird der Sohn vom Vater zum Tode des Ertrinkens verurteilt, weil dieser zu heiraten gedenkt und angeblich seinen Freund hintergangen hat. Und der Sohn stürzt die Treppen hinab und stürzt sich in den Fluss. „In diesem Augenblick ging über die Brücke ein geradezu unendlicher Verkehr. Allein dieser letzte Satz hat es mir angetan. Hier wird das endlose Getöse des Straßenverkehrs auf einen Augenblick reduziert, in welchem der Sohn sich in den Fluss fallen lässt. Wie viele andere schicksalhafte Momente mag ein solcher Krach noch verschlucken.
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